Weblog Simpleblog kostenlos selbermachen!


Ballons fliegen nicht, sondern fahren


Wenn irgendwo über einen Rundflug in einem Heißluft- oder Gasballon die Rede ist, führt dies oft zu der Diskussion ob man das Erlebnis dann als Ballonfahren oder Ballonfliegen bezeichnen soll, kann und darf. Natürlich entspricht nur eine Variante der korrekten Begrifflichkeit. Und dies ist der Begriff des Ballonfahren. - Und dies selbstredend nicht aus irgendeiner Laune heraus, sondern gleich in mehrfacher Hinsicht schlüssig begründet.

So gibt es neben einer physischen Erklärung wie es zu der Bezeichnung Ballonfahren kam, eine historische Begründung und zahlreiche weitere, welchen jedoch bei genauerer Betrachtung eine schlüssige Grundlage fehlt und die mehr absurd, als an der Wirklichkeit orientiert sind.

Mit Blick auf die physische Begründung, lässt sich die Wahl des Wortes fliegen anstelle von fahren, wohl am besten begründen. In der Welt der Physik wird ein Ballon der mit Gas oder heißer Luft befüllt ist, als Aerostate bezeichnet. Ein so bezeichnetes Fluggerät unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Fluggerätschaften wie Zeppelin, Gleitschirm oder auch dem ganz gewöhnlichen Hubschrauber oder Flugzeug.
Aerostate wie ein Heißluftballon, folgen nämlich den Gesetzen der Physik, bzw. den Gesetzen der auch dem Prinzip der Aerostatik. Dieses Prinzip ist bereits seit über zweitausend Jahren bekannt und folgen den Gesetzmäßigkeiten die der junge Archimedes ca. 250 vor Christus zu Papier, bzw. aufs Pergament brachte und welche später als das Gesetz des Archimedes in die Geschichte Einzug erhielt und wesentliche Grundlage der modernen Physik ist.
Am einfachsten lässt sich diese Prinzip verstehen, indem man sich vor Augen führt, wie es einem Ballon, der lediglich mit heißer Luft oder Gas befüllt ist, den Gesetzen der Schwerkraft trotzt und hoch in die Lüfte steigt. Das Geheimnis liegt in der Dichte Begründet. Je geringer die Dichte eines Stoffes, desto leichter ist dieser auch. Dies führt dazu, dass wenn man eine Hülle wie ein Ballon eine ist, mit einem Gas oder mit heißer Luft befüllt, nach oben steigt. Heiße Luft besitzt nämlich wie Gas, eine geringere Dichte, als die Luft, welche sich um den Ballon herum befindet. Das Aufsteigen des Ballons ist also die logische, physische Folge der unterschiedlichen Dichte der Stoffe.
Da irgendwann einmal festgelegt wurde, dass Dinge die sich fortbewegen und dabei den Gesetzten der Aerostatik unterliegen, fahren, fährt man eben mit einem Ballon unter und durch die Wolken hinweg und fährt nicht.

Der historistische Begründungsansatz geht auf die schlichte Tatsache zurück, dass die Gebrüder Montgolfiere, die das Ballonfahren im Jahr 1783 quasi erfunden haben, den Akt des Ballonfahrens mit dem des Seefahrens verglichen. Da man im Meer mit Schiffen fährt und die Bezeichnung Luftmeer anstelle von Himmel weit verbreitet war, wählten diese Pioniere des Luftsport die Bezeichnung des Ballonfahren analog zu dem Begriff des Schifffahren im Meer.
Curios ist an dieser Begründung, dass die Bezeichnung des Ballonfahren nirgendwo sonst, außer im deutschsprachigen Raum, als solches bezeichnet wird. Und dies, obwohl mit Blick auf die angebliche historische Begründung des Wortes, dieses von zwei Franzosen, die mit Nichten der deutschen Sprache mächtig waren, aus der Taufe gehoben wurden.
Nicht zuletzt aus diesem Grund heraus, ist es wohl eher wahrscheinlich, dass die korrekte Bezeichnung Ballonfahren, auf die Gesetzmäßigkeiten des Archimedes zurückgehen.

< Previous page 23 of 23 Next page >
About Me
Recent Entries



hosted by simpleblog.org